Groschengrab EU

Aus einem jüngst veröffentlichten Dokument geht hervor, daß die EU innerhalb von drei Jahren ins­gesamt 608 Millionen Euro für Studien und Berater ausgegeben hat. Das Dokument 10209/10 listet auf 260 Seiten Zehntausende Einzelposten auf. Es handelt von externen Studien und ­Beraterverträgen, die von der EU-Kommission und diversen Unter­abteilungen der Europäischen Union in Auftrag gegeben worden sind. Dabei wurden teilweise absurde Themen untersucht. Eine Studie „über die Auswirkungen der EU-Agrarpolitik auf kleine Inseln in der Ägäis“ kostete 490.000 Euro. Eine Analyse zu „Marketing- und Kommunikationsstra­tegien für Seifen, Shampoos und Haarfestiger“ belief sich auf etwa 85.000 Euro. Eine Beratung zu „Karriereplänen von EU-Beamten über 50 Jahre“ finanzierte der Steuerzahler mit 80.000 Euro.  Aus dem am 28. Mai veröffentlichten Bericht geht nicht hervor, welche Instanz innerhalb des EU-Apparats diese Studien wirklich braucht oder wofür sie verwendet werden. Des weiteren ist nicht klar, welches Gremium die Vergabe von Studien und Beraterverträgen kontrolliert.   
Die Europäische Union geht sehr großzügig und oft wenig wirtschaftlich mit den Steuergeldern ihrer Bürger um. So zahlte die EU in der Vergangenheit etwa 143 Millionen Euro für asbestversuchte Gebäude. In Straßburg wurden neue Bürogebäude angekauft, obwohl es deutliche Hinweise gab, daß die Gebäude nicht zu benutzen waren. Für die Renovierung veranschlagte das Par­lament wiederum fünf Millionen Euro. In Straßburg wurde außerdem der Fitneßraum des Europäischen Par­laments für knapp vier Millionen Euro modernisiert. Der Bereich wurde um 83 Prozent auf jetzt 2.700 Quadratmeter erweitert – inklusive neuer Ruhezonen für Saunagänger, Umkleiden sowie einem „Stretching-“ und einem „Schönheitspflegebereich“.  
Die 736 Abgeordneten im Europäischen Parlament tagen jeweils nur für eine Woche im Monat in Straßburg, ansonsten arbeiten sie überwiegend in Brüssel. Die Kosten für den zusätz­lichen Parlamentssitz in Straßburg liegen laut Schätzungen bei rund 200 Millionen Euro im Jahr.

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