Mit der ClownUnion und den „neuen“ Medien kehrt rechte Satire in die Wohnzimmer zurück
Wer soll das denn bitte aushalten? Vorwurfsvoller Blick, Pferdeschwanz, uninspiriertes Klaviergeklimper und moralinsaurer Wortschwall – wenn der „Kabarettist“ Hagen Rether eine der deutschen Kleinkunstbühnen betritt, setzt es Langeweile im Endlosformat. Rether arbeitet sich stets am linken Konsens entlang: Er kritisiert Ausländerdiskriminierung, Fleischverzehr und Kapitalisten. Außerdem mag er den Papst nicht und findet, die Deutschen sollten gefälligst mal etwas Türkisch lernen, damit man die netten Gastarbeiter auch mal zum Kaffee einladen kann. Das Publikum klatscht dazu pflichtschuldigst. Rethers Vorstellungen muten an wie das Jahrestreffen der Oberlehrer: Ältliche Typen in Cordsackos nippen am Rotwein, ihre Gattinnen wissen derweil gar nicht wohin mit den klobigen Kirchentagstüchern um ihre Hälse. Das deutsche Feuilleton ist außer sich vor Freude über die GEZ-finanzierten Auftritte des sülzenden Weltschmerz-Barden. Dabei gehört sein Erscheinen eigentlich in die Hausapotheke: wahlweise als Schlaf- oder Brechmittel. Rether steht für den Tiefpunkt des deutschen Kabaretts: Teuer und schlecht. (weiterlesen…)